Geschichte

Der EC Bad Tölz kann auf eine mehr als 80-jährige Vereinsgeschichte zurückblicken und zählt damit zu den traditionsreichsten Eishockeyvereinen Deutschlands. Herausragende Ereignisse dabei waren zwei deutsche Meisterschaften, acht deutsche Vizemeistertitel, vier bayerische Meisterschaften und deutscher Oberligameister 1994. Zuletzt konnte 1996 der Titel des süddeutschen Meisters und die deutsche Vizemeisterschaft der 1. Liga, sowie 1997 der Titel des süddeutschen Meisters der Hacker-Pschorr-Liga errungen werden. Im Jahr 2008 wurden die Tölzer Löwen Oberliga-Meister.

Seit seiner Gründung spielten über 65 Tölzer " Eigengewächse " für die deutsche A- und B-Nationalmannschaft. Dazu gehörten Spieler wie Lorenz Funk sen. und Lorenz Funk jun., Hans Zach, Horst Peter Kretschmer, Peter Scharf, Andreas Niederberger, Axel Kammerer, Thomas Brandl, Andreas Brockmann, Toni Krinner, Klaus Kathan und Christian Curth, um nur einige zu nennen.

Die Anfänge

Anfangs noch unter der Dachorganisation des Wintersportvereins Bad Tölz wurde am 15.12.1924 der Eisclub Bad Tölz gegründet. Bereits einen Monat später gewannen die Tölzer ihr erstes Spiel auf dem Klammerweiher mit 5:2 gegen Rosenheim.
1931 schließlich stiegen die Tölzer "Buam" erstmals in die damals höchste Spielklasse auf und nahmen an der bayerischen Meisterschaft teil.

Als 1935 das Stadion an der Peter-Freisl-Straße gebaut wurde, bedeutete dies einen Meilenstein der Geschichte des ECT. Bis 2004 werden hier die Heimspiele des ECT ausgetragen.
Während gegen Ende des zweiten Weltkriegs der Spielbetrieb ausgesetzt wurde hatte man in den Nachkriegswirren Mühe wieder eine schlagkräftige Truppe und das heruntergekommene Stadion aufzubauen. Doch dass dies gelang beweist der Vizemeistertitel der Jugend im Jahre 1947.
Drei jahre später stieg man gar in die Oberliga auf und 1953 schließlich wurde das bisher vorhandene Stadion zu einem Kunsteisstadion umgebaut.

Die erste Mannschaft des ECTDie Eisbclub-Mannschaft aus dem Jahr 1938Die Aufstiegs-Mannschaft von 1949

Die erfolgreichen Jahre

Eine besondere Ehre wurde 1956 Hans Rampf und Martin Zach zu Teil, sie durften den EC Bad Tölz bei der Olympiade in Cortina d'Ampezzo vertreten.
Als 1958 das Ligensystem von einer mehrgleisigen Oberliga auf eine eingleisige Bundesliga umgestellt wurde, erreichte man sogleich den Vizemeistertitel und 1960 durften wiederrum vier Spieler des ECT an den Olympischen Spielen in Squaw Valley teilnehmen, nämlich Hans Rampf, Georg Eberl, Sepp Reif und Otto Schneitberger.
Nachdem man im jahre 1961 abermals den Vizemeistertitel errang, wurde man ein Jahr später endlich deutscher Meister. Diesen Erfolg wiederholten die Buam 1966, im 1965 überdachten Kunsteisstadion an der Peter-Freisl-Straße.

Das noch nicht überdachte Kunsteisstadion an der Peter-Freisl-StraßDie Meistermannschaft von 1962Saisonfinale gegen Füssen im Jahr 1965

Auf- und Abstieg

Danach ließen die sportlichen Erfolge jedoch nach, 1974 und 1975 konnte man dem Abstieg noch entgehen, doch 1976 schließlich stand der tränenreiche Abschied aus der Bundesliga bevor. Hier rutschte man weiter ins Mittelmaß ab, auch finanzielle Probleme gesellten sich zu den sportlichen und 1992 stieg man gar in die Drittklassigkeit ab.
Doch mit Idolen wie Sven Rampf, Petr Taticek, Michael Teltscher, Fred Ledlin oder auch Bene Huß schaffte man bereits 1993 den Wiederaufstieg und somit den ersten Titelgewinn seit 28 Jahren.
Mit dem Titel des Vizemeisters in der 2. Bundesliga beendete man 2001 die Saison, erst im Play-Off-Finale musste man sich dem ERC Ingolstadt geschlagen geben. Doch wurde wieder ein herber Rückschlag verkündet: Die Tölzer Löwen sind pleite. Nachdem das Insolvenzverfahren abgewickelt worden war, beantragte man eine Lizenz für die Oberliga.
Auf Beschluss der ESBG mussten die Löwen aber wieder in der 2. Bundesliga antreten, und fortan um den Klassenerhalt kämpfen - ab 2004 dann in der neu gebauten Hacker-Pschorr-Arena.

Bene Huß in AktionFred LedlinDie 'Holzhackerbuam' feiern den Aufstieg '94

Die jüngere Vergangenheit

Doch 2006 geschah was man die beiden Jahre zuvor vermeiden konnte: Die Tölzer Löwen stiegen in die Oberliga ab, wo auch der erste Anlauf eines Wiederaufstiegs nicht realisiert werden konnte. Erst der zweite Versuch klappte, und so stieg man 2008 mit einer beispiellosen Siegesserie in die 2. Bundesliga auf.
Auch hier spielten die "Buam" in einer Art und Weise mit, wie es niemand für möglich gehalten hatte. Bis Ende Februar war man auf dem 2. Tabellenplatz, als abermals eine Insolvenz drohte. Durch den notwendigen Insolvenzantrag verlor man das Recht auf die Play-Off-Teilnahme und die Tölzer Löwen müssen in der Saison 09/10 wieder in der Oberliga antreten.

Der unvergessene Petr TaticekBenedikt Huß und Michael TeltscherNationalspieler Klaus Kathan

Erfolge
Deutscher Meister:
1962, 1966
Deutscher Vizemeister:
1959, '61, '63, '64, '65, '67, '68, '70
Junioren Deutscher Meister:
1972, 1973
Jugend Deutscher Meister:
1969, 1986
Schüler Deutscher Meister:
1965, 2005
Curling Deutscher Meister:
1968, '69, '73, '75, '76, '77
Eisschnellauf Deutsche Meisterin:
1968 (Evi Sappl)
Eiskunstlauf Deutsche Meister
1954 (Minor/Braun)
1971 (de Navarre)
Vereinsrekorde
Tore:
1. Dave Sherlock (258), 2. Petr Taticek (249), 3. Peter Eimannsberger (231), 4. Hans Rampf (223), 5. Jakob Probst Jr. (211)
 
Punkte:
1. Petr Taticek (645), 2. Rick Boehm (459), 3. Yanick Dubé (449), 4. Dave Sherlock (416), 5. Florian Zeller (383)
 
Spiele:
1. Florian Zeller (614), 2. Hans Harrer (589), 3. Anton Klett (472), 4. Hans Eimannsberger (458), 5. Franz Demmel (453)
 
Strafminuten:
1. Bendedikt Huß (755), 2. Peter Eimannsberger (730), 3. Adam Borzecki (587), 4. Christian Curth (577), 5. Michael Teltscher (550)